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Filterelemente in der Hydraulik: Auswahlkriterien und Wartungsempfehlungen

Filterelemente in der Hydraulik

Filterelemente in der Hydraulik

Filterelemente in der Hydraulik

Filterelemente in der Hydraulik

Die Zuverlässigkeit von Hydrauliksystemen steht und fällt mit der Reinheit des eingesetzten Fluids. Selbst kleinste Partikel im Öl können ausreichen, um Ventile zu blockieren, Dichtungen zu beschädigen oder den Verschleiß an Pumpen und Zylindern zu beschleunigen. Filterelemente sorgen dafür, dass Schmutz, Abrieb und Fremdstoffe zuverlässig abgeschieden werden, bevor sie Schaden anrichten können.

Doch ihre Wirkung entfaltet sich nur, wenn Auswahl, Einbau und Wartung exakt aufeinander abgestimmt sind. In diesem Beitrag erfahren Sie,

  • welche Kriterien bei der Auswahl eines Filterelements entscheidend sind,
  • wie der Zustand des Filters korrekt überwacht wird und
  • welche Wartungsintervalle die Betriebssicherheit Ihrer Hydraulikanlagen gewährleisten.

Die angestrebten Ziele sind eine dauerhaft hohe Ölreinheit, maximale Lebensdauer und ein störungsfreier Anlagenbetrieb.

Sauberes Öl als Grundlage für zuverlässige Hydrauliksysteme

In jeder Hydraulikanlage hängt die Leistung direkt von der Reinheit des verwendeten Fluids ab. Filterelemente übernehmen die zentrale Aufgabe, Feststoffpartikel aus dem Öl zu entfernen und dadurch Pumpen, Ventile und Zylinder vor vorzeitigem Verschleiß zu schützen. Selbst kleinste Verunreinigungen können in feinen Steuerspalten zu Reibung, Undichtigkeiten oder Leistungsverlust führen und damit den gesamten Prozess beeinträchtigen.

Die Filtration stellt sicher, dass die benötigte Ölreinheit gewährleistet ist und die Anlage ihre volle Funktionsfähigkeit behält. Sie trägt damit nicht nur zur Langlebigkeit der Komponenten bei, sondern auch zur Energieeffizienz des Systems. Denn ein sauberer Ölstrom fließt gleichmäßiger und Druckverluste werden reduziert.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Filterelemente in der Hydraulik:

  • Tiefenfilter
  • Oberflächenfilter

Tiefenfilter bestehen aus einem Fasergeflecht (etwa aus Glas- oder Polyesterfasern) und scheiden Partikel innerhalb der Filterstruktur ab. Sie zeichnen sich durch hohe Rückhaltefähigkeit aus, können aber nicht gereinigt werden.

Oberflächenfilter arbeiten mit präzise definierten Maschenöffnungen (meist aus Metall- oder Kunststoffgewebe), die größere Partikel an der Oberfläche zurückhalten. Diese Bauart erlaubt eine Reinigung und mehrfache Verwendung.

Wie sind Filterelemente in der Hydraulik aufgebaut und wie arbeiten sie?

Filterelemente in der Hydraulik sind komplexe Komponenten, deren Leistungsfähigkeit von der richtigen Kombination mehrerer Schichten abhängt. Jede Lage erfüllt eine spezifische Aufgabe: Vorfilterlagen halten gröbere Partikel zurück, während feinere Schichten kleinste Verunreinigungen abscheiden. Stütz- und Schutzgewebe stabilisieren die Faltenstruktur, verhindern das Verkleben der Filterlagen und sichern die freie Anströmung des Öls.

Diese konstruktive Mehrschichtigkeit sorgt dafür, dass das Öl gleichmäßig durch das Element strömt. Zudem bleibt der Differenzdruck über den gesamten Lebenszyklus möglichst gering. Mechanische Stabilität wird durch präzise verklebte Endkanten gewährleistet, die ein Austreten von Fasern verhindern. Trägerrohre aus Metall werden in modernen Verfahren laserverschweißt, um die Struktur dauerhaft zu festigen.

Wichtige Kenngrößen für den Betrieb von Filterelementen in der Hydraulik sind die Differenzdruckstabilität und die Durchflussermüdungsfestigkeit. Rücklauffilter halten Differenzdrücke von über 10 bar aus, während Druckfilter Belastungen von mehr als 20 bar standhalten. Bei wechselnden Lasten gewährleistet die hohe Ermüdungsfestigkeit, dass das Filterelement auch bei Millionen von Lastwechseln formstabil bleibt. Zudem hält es seine Filtrationsleistung über die gesamte Standzeit konstant.

Auswahlkriterien für die richtige Filterauslegung

Die Auswahl eines geeigneten Filterelements basiert auf klar definierten technischen Parametern. Eine zentrale Rolle spielt die Filterfeinheit, die angibt, welche Partikelgrößen abgeschieden werden. Sie wird in Mikrometern angegeben (etwa 5, 10 oder 16 µm) und richtet sich nach der Empfindlichkeit der zu schützenden Komponenten.

Der Betawert (β-Wert) beschreibt das Verhältnis der Partikelanzahl vor und nach dem Filterelement. Ein Betawert von 200 bedeutet, dass von 200 Partikeln einer bestimmten Größe nur ein Partikel die Filterbarriere passiert. Damit entspricht β = 200 einem Abscheidegrad von 99,5 %. Diese Kennzahl ermöglicht eine objektive Bewertung der Filterleistung.

Eng damit verbunden ist der Abscheidegrad (η), der die Fähigkeit des Filters quantifiziert, Partikel einer definierten Größe zurückzuhalten. Zusammen mit dem Betawert liefert er eine Grundlage, um die Ölreinheit im System zu bestimmen.

Für den praktischen Betrieb sind außerdem die Schmutzaufnahmekapazität und die Standzeit entscheidend. Die Schmutzaufnahmekapazität beschreibt, wie viele Partikel das Filterelement zurückhalten kann, bevor der maximal zulässige Differenzdruck erreicht ist. Die Standzeit bezeichnet die Betriebsdauer bis zu diesem Punkt. Beide Werte hängen von Volumenstrom, Viskosität und dem Verschmutzungsgrad des Öls ab.

Ergänzend ist die Differenzdruckstabilität von Bedeutung. Sie zeigt, wie belastbar die Filterstruktur bei steigendem Gegendruck bleibt. Eine zu geringe Stabilität kann dazu führen, dass das Filtermedium kollabiert und ungefiltertes Öl in den Kreislauf gelangt. Deshalb sollten die Betriebsbedingungen (Druck, Temperatur und Durchfluss) bei der Auswahl immer berücksichtigt werden.

Wie sehen Wartung und Service von Filterelemente in der Hydraulik aus?

Die Leistungsfähigkeit von Filterelementen in der Hydraulik hängt unmittelbar von der konsequenten Wartung ab. Der Zustand des Filterelements ist am Differenzdruck erkennbar, der mit zunehmender Beladung ansteigt. Eine Verschmutzungsanzeige am Filter signalisiert, wenn der voreingestellte Grenzwert erreicht ist – entweder optisch über ein Anzeigefenster oder elektrisch über ein Sensorsignal.

Bei Filter mit Verschmutzungsanzeige erfolgt der Wechsel der Filterelemente zustandsorientiert. Erst wenn die Anzeige im normalen Betriebspunkt – also bei Betriebstemperatur und Nennvolumenstrom – dauerhaft anspricht, ist ein Austausch erforderlich. Ein kurzzeitiges Signal bei kaltem Öl kann ignoriert werden, da die erhöhte Viskosität vorübergehend zu einem höheren Druckverlust führt.

Filter ohne Verschmutzungsanzeige werden präventiv gewartet. Empfohlen wird ein Wechsel nach rund 1000 Betriebsstunden oder mindestens einmal jährlich. Dasselbe Intervall gilt für Belüftungsfilter, die wegen ihrer Umgebungseinflüsse nicht gereinigt, sondern ersetzt werden.

Oberflächenfilter lassen sich hingegen reinigen und mehrfach verwenden. Dafür werden sie einige Minuten im Ultraschallbad behandelt oder etwa 15 Minuten in Reinigungsflüssigkeit eingelegt. Der gelöste Schmutz wird anschließend von außen entfernt. Danach wird das Element von innen nach außen mit sauberer Flüssigkeit durchgespült und mit Druckluft ausgeblasen. Diese Prozedur kann bis zu dreimal wiederholt werden.

Ansaugfilter ohne Dichtstelle zur Umgebung können regelmäßig gereinigt werden, um niedrige Differenzdrücke zu gewährleisten. Modelle mit Dichtstelle sollten dagegen spätestens alle 2000 Betriebsstunden oder alle zwei Jahre ersetzt werden. Denn die Dichtungen verlieren mit der Zeit an Elastizität.

Sicherer Betrieb durch konsequente Wartung

Ein verlässlicher Wartungsplan stellt sicher, dass Filterelemente ihre Funktion ohne Unterbrechung erfüllen. Wird ein Filter zu spät gewechselt, dann steigt der Differenzdruck stark an. Dadurch kann das integrierte Bypassventil öffnen, was ungefiltertes Öl in den Kreislauf gelangen lässt – mit entsprechenden Folgen für empfindliche Systemteile.

Die Kombination aus präventiver und zustandsorientierter Wartung erlaubt eine optimale Ausnutzung der Schmutzaufnahmekapazität und minimiert gleichzeitig das Risiko von Stillständen. Ein dauerhaft stabiler Differenzdruck ist mit gleichbleibender Filtrationsleistung verbunden und schützt die Anlage vor unbemerkten Kontaminationen.

Im Rahmen jeder Wartung sollten Dichtungen, O-Ringe und Gehäuseverbindungen überprüft und bei Bedarf ersetzt werden. Nur wenn die Dichtflächen sauber und spannungsfrei montiert sind, bleibt das Filtersystem dauerhaft dicht. Ebenso wichtig ist der Einsatz freigegebener Ersatzteile, da nur sie die spezifizierte Filtrationsleistung und mechanische Stabilität garantieren. Nachbauelemente können sich unter Belastung verformen oder ungleichmäßig durchströmt werden, was den Filtereffekt erheblich mindert.

Ein regelmäßig gewartetes Filtersystem sichert nicht nur die Ölreinheit, sondern auch die Wirtschaftlichkeit der gesamten Hydraulikanlage. Reduzierte Stillstandszeiten, verlängerte Ölwechselintervalle und eine höhere Lebensdauer der Komponenten sind direkte Folgen einer vorausschauenden Instandhaltung.

Ihr Kontakt zu unseren Experten

Die Auswahl und Wartung von Filterelementen erfordert technisches Verständnis und Erfahrung mit den Systemparametern. ARGO-HYTOS unterstützt Sie bei der Definition geeigneter Filterfeinheiten, der Bestimmung von Wartungsintervallen und der Auslegung vollständiger Filtrationskonzepte für Hydraulik- und Schmieranlagen.

Wollen Sie die Zuverlässigkeit Ihrer Maschinen erhöhen und die Lebensdauer Ihrer Hydraulikkomponenten verlängern, dann empfiehlt sich eine regelmäßige Überprüfung Ihres Filtersystems. Erhalten Sie langfristige Betriebssicherheit durch eine fachgerechte Filterwartung und die richtige Auswahl Ihrer Filterelemente!

Kontaktieren Sie die Experten von ARGO-HYTOS und lassen Sie sich individuell beraten – für dauerhaft sauberes Öl und maximale Anlagenverfügbarkeit.

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